Monday, December 14, 2015

Kommentar: Deutschland ist bei der Industrie 4.0 auf dem Holzweg

Vor einiger Zeit stand ein Artikel in Die Welt zum Thema Industrie 4.0.



Der Autor hat namhafte Industrie 4.0 Experten zitiert, wie zum Beispiel Detlef Zühlke, Henning Kagermann oder Frank Piller, und dabei „eigene negative Story“ entwickelt.

 Da ich mich selber sehr intensiv mit den Themen Industrie 4.0 und Smart Services auseinandersetze, und diverse Vorträge zu diesem Thema halte, hat mich die zentrale Message aus diesem Artikel enttäuscht.

"Zu langsam, zu risikoavers, zu technologieskeptisch", sagt Klaus Schmitz vom Beratungsunternehmen Arthur D. Little an die Adresse der deutschen Unternehmen.

In der Tat tun sich die Unternehmen bei der Umsetzung der einzelnen Konzepte aus der Industrie 4.0 schwer. Es mangelt an der nötigen Akzeptanz. Aber warum eigentlich? Wir sollten uns diese Frage beantworten, bevor wir ein Urteil fällen. Und die Antwort befindet sich in dem gleichen Artikel ein paar Zeilen weiter...

"Es geht nicht nur um die Digitalisierung der Produktion, sondern um die Digitalisierung von Produkten. Nicht Prozessinnovationen sind entscheidend, sondern innovative Geschäftsmodelle", sagt Frank Piller, Wirtschaftsprofessor an der RWTH Aachen. 
Zu diesem Thema nenne ich gerne ein Beispiel. Die Firma Kodak hätte die Produktion von analogen Fotokameras so sehr digitalisieren und die besten Industrie 4.0 Konzepte umsetzen können, trotzdem würde es das Unternehmen nicht retten. Aus einem Konzern mit 100.000 Mitarbeitern ist eine Company mit 3.000 Mitarbeitern übriggeblieben. Das Unternehmen hat sich allerdings gefangen und mit neuen digitalen Geschäftsmodellen erobert es den Markt wieder.

Deswegen kann ich nur appellieren... Lassen wir es mit der Angstmache und konzentrieren wir uns auf die Chance, die für die einzelnen Unternehmen die neuen digitalen Geschäftsmodelle bieten.
  Wenn der erste Schritt getan ist, dann steht Industrie 4.0 nichts im Wege!