Monday, August 7, 2017

Schöne neue dezentralisierte Welt

In nicht allzu ferner Zukunft werden autarke Systeme interaktiv und autonom Preise aushandeln, Bestellungen platzieren und Rechnungen bezahlen. Autos werden vernetzt sein und selbständig fahren und Computer werden in der Lage sein, zu lernen.Diese und andere Szenarien werden Wirklichkeit werden und zwar dank dem Internet der Dinge (IoT) machbar.

Die Rede ist von mehreren Milliarden von Dingen und Abermilliarden von Prozessen, die ausschließlich durch die Vernetzung und Kombination von Technologien wie Big Data, Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen Neues schaffen. Diese neue Welt bringt aber Herausforderungen mit sich, die die zentral ausgerichteten Strukturen unserer Zeit nicht gemeistert werden können. Aber warum ist dem so? Was verursacht die Probleme?


Schwachstellen zentralisierter Modelle

Aktuelle IoT-Ecosysteme setzen auf zentralisierte Kommunikationsmodelle, die u.a. unter der Bezeichnung Server- /Client-Paradigma bekannt sind. Dabei werden alle Geräte identifiziert, authentifiziert und an einen Cloud-Server angebunden. Die zunehmende Zahl der Prozesse aber beansprucht eine immer weiter steigendende Menge an Speicherkapazitäten, Maintenance-Aufwendungen und Kommunikation für sich.
Die mangelnde Interoperabilität sowie die Kompatibilität diverser IoT Plattformen werden zu einem wachsenden Problem: sie sind anfällig, verursachen ihrerseits Security-Probleme werden zu einem unkalkulierbaren Risiko für Forschung und Unternehmen. Dieser zentralisierte Ansatz wird nicht in der Lage sein, auf die wachsenden Bedürfnisse der riesigen IoT-Ecosysteme von morgen zu reagieren. Auch wenn die ökonomischen und technischen Herausforderungen überwunden werden sollten, bleiben zentralisierte IoT-Plattformen ein Engpass (point of failure) für das gesamte Ecosystem. Deshalb schlägt jetzt die Stunde der dezentralen Ecosysteme.

Dezentraler Ansatz für IoT als Lösung

Im Gegensatz zum zentralen System, besteht ein dezentrales Ecosystem aus der Vernetzung autonomer Dingen und Systeme. Durch die Nutzung eines standardisierten Peer-to-Peer-Kommunikationsmodells lassen sich mit einem dezentralen Konzept Hunderte Milliarden von Transaktionen zwischen Geräten stabil durchführen – egal wie hoch die Berechnungs- oder Speicheranforderungen auch sind - durch die Verteilung auf eine Vielzahl vernetzter Systeme können schier endlose Anforderungen bewältigt werden. Positiver Nebeneffekt: Ein Fehler oder Angriff lässt nicht gleich das gesamte System zusammenbrechen, sondern wirkt sich nur in Teilbereichen aus. 
Das bringt zwar im Vergleich zum zentralen System eine erhöhte Sicherheit, dennoch bleibt das Thema Security eine Herausforderung, die allein durch die Nutzung von Peer-to-Peer-Kommunikation gelöst werden kann. Ziel muss es sein, eine Lösung zu finden, die in der Lage ist, sowohl die Privatsphäre als auch die Sicherheit der riesigen IoT-Netzwerke zu gewährleisten und eine Form der Validierung sowie des Konsenses zu finden, so dass hochsensible Transaktionen sicher durchgeführt werden können, ohne von Spoofing und Diebstahl betroffen zu sein. Oft ist in diesem Kontext von Blockchain die Rede – einer dezentralen Technologie, die vor allem im Kontext digitaler Währungen wie Bitcoin von sich reden macht. Dazu demnächst mehr in einem weiteren Beitrag.

Saturday, July 22, 2017

Erste Erfahrung mit dem Start-Up Smava

Nachdem ich die Werbung für das Kreditangebot zu negativen Zinsen gesehen hatte, wollte ich mir auf der Webseite den Überblick verschaffen. Zu meinem Erstaunen habe ich folgendes Bild vorgefunden:

Da kommt natürlich die Frage, wie die Marketing-Kampagnen mit dem IT-Service abgestimmt werden?! Eigentlich ein rausgeschmissenes Geld für die TV-Werbung, da die Zuschauer zu der Sendezeit eine nicht aktive Webseite finden. Und das um 7:20am!

Themen wie continuous delivery möchte ich gar nicht erst erwähnen...

Friday, April 21, 2017

Digitale Geschäftsmodelle brauchen neue Denkansätze

Als einer der Experte im IDG Experten Netzwerk habe ich einen Artikel zum Thema dezentrale Ecosysteme publiziert.

Mit dem Fokus auf kooperative Geschäftsmodelle, dargestellt an einem konkreten auch wenn hypothetischen Beispiel wird eine andere Denkweise präsentiert. Gemeinsam mit dem Leser wird ein neues Produkt auf den Markt gebracht, und zwar mit den Mechanismen einer digitalen Wirtschaft und Ecosysteme.

Wer digitale Geschäftsmodelle aufsetzen möchte, muss anders denken. Es geht darum, die eigene Produkt- und Service-Palette neu aufzustellen, und zu überlegen, wie das Ganze in neue Ecosystem eingebettet werden kann. So lassen sich für alle Beteiligten Mehrwerte schaffen.

Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen!



Friday, March 17, 2017

10. CIO & IT-MANAGER SUMMIT 2017


Am 29.3.2017 um 16.30 in Wien

Industrie 4.0: Als Chance für neue Geschäftsmodelle und kooperative Wertschöpfung

  • Industrie 4.0: von der Digitalisierung bis hin zu einem neuen Geschäftsmodell
  • Von der Idee zum neuen Geschäftsmodell: So gehen Sie es an!
  • Durch Plattformen ein Ecosystem aufbauen und Mehrwerte schaffen

Lumir Boureanu, eurodata tec

Lumir Boureanu ist als Geschäftsführer und CTO der eurodata tec GmbH (ein Tochterunternehmen der eurodata-Gruppe) für die Geschäftsführung sowie für die Produktentwicklung und die technologische Strategie des Unternehmens verantwortlich. Als studierter Informatiker, Wirtschaftsinformatiker und MBA entwickelt er neue Ideen, Visionen und Strategien in Verbindung mit digitalen Geschäftsmodellen der Zukunft.

Thursday, February 16, 2017

VDMA-Tagung: Vertriebserfolg mit smarten Produkten


Am Valentinstag hat im IBM Kundenzentrum in Böblingen eine VDMA Veranstaltung zum Thema "Vertriebserfolg mit smarten Produkten" stattgefunden.

Die beste Gelegenheit für eine Präsentation unseres Industrie 4.0 Mittelstandspakets, den wir gemeinsam mit IBM zusammengestellt haben.

Ziel des Angebots ist es, mittelständischen Organisationen pragmatische und zugleich zielführende Vorgehensmodelle und Softwarelösungen an die Hand zu geben. Gemeinsam mit IBM möchte eurodata so den Unternehmen die Angst vor der Digitalisierung nehmen.

Details zum Mittelstandspaket, dem Smart Start Pack sowie den einzelnen Lösungen unter: https://mittelstandspaket-ibm.eurodata.de

Aus meiner Sicht war es eine durchaus gelungene Veranstaltung mit offenen Gesprächen und Diskussionen mit einer vielfältigen Agenda, und sogar mit einem praktischen Workshop zum Schluss.

Es war mir eine Ehre vor dem hochkarätigen Publikum, bestehend aus Unternehmen im Bereich Maschinen- und Anlagenbau, auch einen Vortrag zum Thema
„Industrie 4.0 ist mehr als nur Digitalisierung – Wie Plattformen und Ecosysteme beim Aufbau von Smart Services helfen“ 
zu halten. Anhand eines konkreten Beispiels habe ich in 45 Minuten einen digitalen Produkt entwickelt, basierend gleich auf mehreren Ecosystemen. 

Es freut mich, dass das Feedback so positiv war!

Friday, January 13, 2017

UNITI Cards- und Automations-Forum 2017

Am 11.-12.1.2017 hat in Hamburg Unity Cards- und Automations-Forum 2017 stattgefunden. Ein interessantes Treffen gleich mehreren Branchen, die am Ökosystem „Tankstelle“ teilnehmen. Im Vordergrund standen vor allem die Zahlungsdienste und digitale Services.

Bereits im Begrüßungsvortrag wurden die Hauptthemen der Konferenz erwähnt, die den aktuellen Wandel betreffen: 
  • Tankstelle vs. Neue Mobilität
  • Kundenbindung
  • Branchenfremde Wettbewerber



Bei der Vorstellung der statistischen Zahlen für 2016 gleich am Anfang der Veranstaltung war für mich (als Branchenfremder) überraschend. Das Bargeld wird an einer Tankstelle für 37% aller Transaktionen als Zahlungsmittel genutzt. Dagegen sind Zahlungen mit Debit- und Kreditkarten um 2,2% zurückgegangen! Soviel zur Digitalisierung...

Interessant war auch die Branchenumfrage, welche digitale Lösungen bevorzugt werden:

86% - eigene App, 30% Branchenlösung, 66% App Zahllösung

Die Ergebnisse der Umfrage haben auch die Vorträge, Gespräche und Meinungen der ganzen Konferenz geprägt.

Die meisten Anbieter haben in ihren Vorträgen eine eigene App vorgestellt. In jedem Bereich wird von einem Ökosystem gesprochen, womit vor allem das Ökosystem des Anbieters gemeint ist, und weniger des Kunden.
Deswegen läuft es beim Tanken wohl auf die gleiche Situation hinaus, die heute von Fluggesellschaften und Online-Check-In bekannt ist. Der Kunde hat mehr als 10 Apps auf dem Smartphone installiert, um dann die „richtige“ App für Online-Check-In zu starten.

Auf der anderen Seite ist die Branche sehr gut organisiert und obwohl die Tank-Bezahl-Apps durchaus unterschiedliche Farben haben, der Ablauf und die Benutzerführung sind sehr ähnlich. Die Unternehmen haben einen Standardprozess gemeinsam definiert. Respekt!

Branchenfremde Anbieter wie Google, Apple, Amazon und Co. wird es wohl nicht beeindrucken. Diese Anbieter bilden eigene Kunden-Ökosysteme und genießen eine hohe Akzeptanz bei den Verbrauchern. Gerade diese Inflexibilität und Vorgehensweise der etablierten Anbieter aus der Branche wird ihnen wohl zum Verhängnis und ermöglicht erstmal den Einstieg der Internet-Riesen aus dem Consumer Bereich.

Mit speziellem Branchen-Knowhow und maßgeschneiderten Diensten punkten allerdings die etablierten Unternehmen bei Speditionen, Firmenflotten und anderen Großkunden. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Kunden für die Branchenfremde, wie high-tech Startups, interessant werden. Und diese Zeit sollte die Branche gut überlegt nutzen.

Aus anderen Branchen wie Banken und Energieversorgung wissen wir sehr gut, dass Regulierungen, Zertifizierungen oder Standardisierungen die Eintrittsbarrieren nicht hoch genug halten können.

Die Konferenz war für mich sehr aufschlussreich und informativ. Es hat mir einen Blick in eine Branche geboten, die sich eigentlich schon im Umbruch befindet, sei es eMobility, Zahlungsdienste wie Paypal oder sich etablierende Sharing Economy.


Meine angefangenen Gespräche aus Hamburg mit einigen Unternehmen möchte ich demnächst fortsetzen, um sie über Beispiele aus anderen Branchen, bzw. Ländern zu informieren und schon vorhandene Lösungen und Produkte vorstellen.

Friday, December 16, 2016

Book: Exponential Organizations


I met Salim Ismail during the Gartner Summit 2016 in Barcelona. His mastermind keynote was excellent, so I was happy to get a signed exemplar of the book "Exponential Organization".
Although I enjoyed the reading, my feelings about the book are sort of mixed.

I learned a lot about the types of organizations and the exponential characteristics. The key questions that should be asked periodically when you build out a startup. And the examples of exponential companies helps a lot as well.

But...
The book is far away from a blueprint or a go-to guide. If you're seeking for such book then this one is wrong.

The definition and attributes of an exponential companies are described in the book. Like MTP (Massive Transformative Purpose), or external mechanisms SCALE and internal mechanisms IDEAS.
Good to know that three or four of these attributes are usually sufficient for success. But more important is determining which attributes. And that's the problem I have with this book.

With 11 possible attributes I can take every successful company with fast growth and describe it as an exponential company. Reverse engineering works definitely.
But how should I choose the right key attributes for a company I would like to rebuild into an exponential company? 
This crucial question remains unanswered.